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Zweiter Reiter:
Daß du dich nit unterstehst zu verraten, wem wir dienen.
Sievers (leise):
Da ist euer Herr Götz wohl auch nit weit?
Erster Reiter: Halt dein Maul! Habt ihr Händel?
Sievers:
Ihr seid den Kerls begegnet draußen, sind Bamberger.
Erster Reiter: Was tun die hier?
Metzler:
Der Weislingen ist droben auf'm Schloß, beim gnädigen Herrn, den haben sie geleit.
Erster Reiter: Der Weislingen?
Zweiter Reiter: (leise)
Peter! das ist ein gefunden Fressen!
(Laut.) Wie lang ist er da?
Metzler:
Schon zwei Tage. Aber er will heut noch fort, hört ich einen von den Kerls sagen.
Erster Reiter: (leise) Sagt ich dir nicht, er wär daher! Hätten wir dort drüben eine Weile paasen
können. Komm, Veit.
Sievers:
Helft uns doch erst die Bamberger ausprügeln.
Zweiter Reiter:
Ihr seid ja auch zu zwei. Wir müssen fort. Adies! (ab.)
Sievers:
Lummpenhunde die Reiter! wann man sie nit bezahlt, tun sie dir keinen Streich.
Metzler:
Ich wollt schwören, sie haben einen Anschlag. Wem dienen sie?
Sievers:
Ich soll's nit sagen. Sie dienen dem Götz.
Metzler:
So! Nun wollen wir über die draußen. Komm! so lang ich einen Bengel hab, fürcht
ich ihre Bratspieße nicht.
Sievers:
Dürfen wir nun so einmal an die Fürsten, die uns die Haut über die Ohren ziehen.
H e r b e r g e i m W a l d
Götz (vor der Tür unter der Linde):
Wo meine Knechte bleiben! Auf und ab muß ich gehen, sonst übermannt mich der
Schlaf. Fünf Tag und Nächte schon auf der Lauer. Es wird einem sauer gemacht,
das bißchen Leben und Freiheit. Dafür, wenn ich dich habe, Weislingen, will ich mir's
wohl sein lassen (Schenkt ein.) Wieder leer! Georg! Solang's daran nicht mangelt
und an frischem Mut, lach ich der Fürsten Herrschsucht und Ränke. - Georg! -
Schickt ihr nur euern gefälligen Weislingen herum zu Vettern und Gevattern, laßt
mich anschwärzen. Nur immer zu. Ich bin wach. Du warst mir entwischt, Bischof! So
mag denn dein lieber Weislingen die Zeche bezahlen. - Georg! Hört der Junge nicht?
Georg! Georg!
Der Bube (im Panzer eines Erwachsenen):
Gestrenger Herr!
Götz:
Wo stickst du? Hast du geschlafen? Was zum Henker treibst du für Mummerei?
Komm her, du siehst gut aus. Schäm dich nicht, Junge. Du bist brav! Ja, wenn du
ihn ausfülltest! Es ist Hansens Küraß?
Georg:
Er wollt ein wenig schlafen und schnallt ihn aus.
Götz:
Er ist bequemer als sein Herr.
Georg:
Zürnt nicht. Ich nahm ihn leise weg und legt ihn an, und holte meines Vaters altes
Schwert von der Wand, lief auf die Wiese und zog's aus.
Götz:
Und hiebst um dich herum? Da wird's den Hecken und Dornen gutgegangen sein.
Schläft Hans?
Georg:
Auf Euer Rufen sprang er auf und schrie mir, daß Ihr rieft. Ich wollt den Harnisch
ausschnallen, da hört ich Euch zwei-, dreimal.
Götz:
Geh! bring ihm seinen Panzer wieder und sag ihm, er soll bereit sein, soll nach den
Pferden sehen.
Georg:
Die hab ich recht ausgefüttert und wieder aufgezäumt. Ihr könnt aufsitzen, wann Ihr
wollt.
Götz:
Bring mir einen Krug Wein, gib Hansen auch ein Glas, sag ihm, er soll munter sein,
es gilt. Ich hoffe jeden Augenblick, meine Kundschafter sollen zurückkommen.
Georg:
Ach, gestrenger Herr!
Götz:
Was hast du?
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