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Götz von Berlichingen

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Adelheid:   Geh, entdecke deinem lieben Herrn mein Geheimnis. Ich war die Närrin, dich für was zu halten, das du nicht bist. Franz:   Liebe gnädige Frau, Ihr wißt, daß ich Euch liebe. Adelheid:   Und du warst mein Freund, meinem Herzen so nahe. Geh, verrat mich. Franz:   Eher wollt ich mir das Herz aus dem Leibe reißen! Verzeiht mir, gnädige Frau. Mein Herz ist zu voll, meine Sinnen halten's nicht aus. Adelheid:   Lieber warmer Junge! (Faßt ihn bei den Händen, zieht ihn zu sich, und ihre Küsse begegnen einander; er fällt ihr weinend um den Hals.) Adelheid:   Laß mich! Franz (erstickend in Tränen an ihrem Hals): Gott! Gott! Adelheid:   Laß  mich,  die  Mauern  sind  Verräter.  Laß  mich.  (Macht  sich  los. )  Wanke  nicht  von deiner Lieb und Treu, und der schönste Lohn soll dir werden. (Ab.) Franz:   Der schönste Lohn! Nur bis dahin laß mich leben! Ich wollte meinen Vater ermorden, der mir diesen Platz streitig machte. J a g s t h a u s e n Götz an einem Tisch. Elisabeth bei ihm mit der Arbeit; es steht ein Licht auf dem Tisch und Schreibzeug. Götz:   Der Müßiggang will mir gar nicht schmecken, und meine Beschränkung wird mir von Tag zu Tag enger; ich wollt, ich könnt schlafen, oder mir nur einbilden, die Ruhe sei was Angenehmes. Elisabeth:   So   schreib   doch   deine   Geschichte   aus,   die   du   angefangen   hast.   Gib   deinen Freunden  ein  Zeugnis  in  die  Hand,  deine  Feinde  zu  beschämen;  verschaff  einer edlen Nachkommenschaft die Freude, dich nicht zu verkennen. Götz:   Ach!  Schreiben  ist  geschäftiger  Müßiggang,  es  kommt  mir  sauer  an.  Indem  ich schreibe, was ich getan, ärger ich mich über den Verlust der Zeit, in der ich etwas tun könnte. Elisabeth (nimmt die Schrift): Sei nicht wunderlich. Du bist eben an deiner ersten Gefangenschaft in Heilbronn. Götz:    Das war mir von jeher ein fataler Ort. Elisabeth (liest):   "Da waren selbst einige von den Bündischen, die zu mir sagten: ich habe törig getan, mich meinen ärgsten Feinden zu stellen, da ich doch vermuten konnte, sie würden nicht   glimpflich   mit   mir   umgehn;   da   antwortet   ich:"   Nun,   was   antwortetest   du? Schreibe weiter. Götz:   Ich sagte: "Setz ich so oft meine Haut an anderer Gut und Geld, sollt ich sie nicht an mein Wort setzen? Elisabeth:   Diesen Ruf hast du. Götz:    Den sollen sie mir nicht nehmen! Sie haben mir alles genommen, Gut, Freiheit - Elisabeth:   Es  fällt  in  die  Zeiten,  wie  ich  die  von  Miltenberg  und  Singlingen  in   der  Wirtsstube fand,  die  mich  nicht  kannten.  Da  hatt'  ich  eine  Freude,  als  wenn  ich  einen  Sohn geboren hätte. Sie rühmten dich untereinander und sagten: "Er ist das Muster eines Ritters, tapfer und edel in seiner Freiheit, und gelassen und treu im Unglück." Götz:   Sie sollen mir einen stellen, dem ich mein Wort gebrochen! Und Gott weiß, daß ich mehr geschwitzt hab, meinem Nächsten zu dienen, als mir, daß ich um den Namen eines  tapfern  und  treuen  Ritters  gearbeitet  habe,  nicht  um  hohe  Reichtümer  und Rang zu gewinnen. Und Gott sei Dank, worum ich warb, ist mir worden. (Lerse. Georg mit Wildbret.) Götz:    Glück zu, brave Jäger! Georg:   Das   sind   wir   aus   braven   Reitern   geworden.   Aus   Stiefeln   machen   sich   leich   t Pantoffeln. Lerse: Die Jagd ist doch immer was, und eine Art von Krieg. 49
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: Mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... und Wohnungseigentumsgesetz
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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